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Digitale Barrierefreiheit beim LWL - leider Fehlanzeige

Der Landschaftsverband Westfalen Lippe trägt das Banner von Inklusion vor sich her, belässt es aber offenbar bei Symbolpolitik. Anders ist nicht zu erklären, warum er die Barrierefreiheit seiner Webseiten so vernachlässigt. So ignoriert er die EU-Richtlinie 2102 für barrierefreie Webseiten. Es gibt keine Erklärung zur Barrierefreiheit und keinen Feedback-Mechanismus, keine Erklärung zur Konformiätt mit einem Standard wie BITV 2.0 oder sonst irgendwas. Die Überschrift H1 ist eigentlich für sinnvollen Inhalt, also für die Content-Überschrift reserviert. Beim LWL heißt sie www.lwl.org, super. Auf der Seite des Stellenmarktes ist die erste Überschrift "Kontakt". die einzelnen Stellenausschreibungen sind nicht per Überschrift markiert. Der Link "Details zu der Stelle" wird ständig wiederholt, das kleine 1x1 der Web-Barrierefreiheit hat der LWL offenbar nicht gelernt. Leider ist auch das Bewerbungsformular des LWL nicht barrierefrei, offenbar möchte man keine behindert…

Aussortiert - Wie ernst meint es die Deutsche Bahn mit der Barrierefreiheit ihrer Webseiten?

Neulich habe ich mich bei der Deutschen Bahn als Senior-Referentin für Barrierefreiheit beworben und möchte über meine negativen Erfahrungen berichten. Das wirft auch ein Schlaglicht darauf, wie ernst es die Bahn mit der Barrierefreiheit ihrer Webseiten und Apps meint. Die Absage kam schon einen Tag nach der Bewerbung, rekordverdächtig für einen Groß-Konzern für die Deutsche Bahn. Ich bezweiffle, ob meine Bewerbung überhaupt gelesen wurde. Möglicherweise bin ich wegen des ausländischen Namens, wegen der sichtbaren Behinderung oder meiner Herkunft aus einem Arbeiter-Haushalt abgelehnt worden. Leider werde ich das nie erfahren. Wenn man so schnell abgelehnt wird, heißt das in der Regel, dass die Bewerbung gar nicht an die Fachabteilung ging, sondern von einem Personaler aussortiert wurde. Bedenkt man auch noch, dass wir mitten in einer Corona-Situation stecken, die viel Energie kostet, wird das um so deutlicher. Oder ist die Stelle gar nur billige PR und man will sie gar nicht besetzen…

Weiße Normalos bevorzugt - was die Republica mit Diversity meint

Die Republica steht mal wieder an, wieder werden Hipster-Themen butterweich aufbereitet, um sie auf Möchte-Gern-Hacker loszulassen. Aber zumindest kann man den Yuppies doch zugute halten, dass sie Diversity groß schreiben? Diversity, die sie meinen Nun ja, immerhin gibt es eine Frauenquote. Das scheint aber auch das Höchste der Gefühle zu sein. Eine Datenrecherche aller Republicas in Deutschland zeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund, Intergender-Personen und sichtbar Behinderte außen vor bleiben. Wenn Nischenthemen dabei sind, werden diese gerne in die Randbereiche der Station abgedrängt, entweder in ein Meetup miten in der Halle, in der sich auch die Laufkundschaft aufhält oder in Räume, die nur mit einer Landkarte und einem Kompass gefunden werden können. Das muss auch nicht weiter überraschen: Schließlich ist das Team hinter der Republica selbst blütenweiß. Schlimmer als die AfD In ihrer verlogenen Selbstgerechtigkeit ist die Republica schlimmer als die AfD: Die tut näml…

Das Diversity-Problem der Behinderten-Bewegung

Die deutsche Behinderten-Bewegung ist vor allem weiß und männlich geprägt. Es gibt wenige Frauen und praktisch keine Migranten. Das spiegelt sich auch in den Vereinen wieder. Die präsenten Figuren sind ausschließlich Deutsche ohne Migrationshintergrund, es gibt keine offen Homo- oder Transsexuellen. Angeschaut habe ich mir folgende Vereinigungen: DBSV = Dachverband der Blinden und Sehbehinderten BAG Selbsthilfe = Bundesverband der Selbsthilfevereinigungen Gehörlosenbund = eine Art Dachverband der Gehörlosen ISL = Interessensgemeinschaft selbstbestimmt Leben = eine Art Dachverband der Autonom-Leben-Bewegungen bvkm = ein Bundesverband für Familien mit behinderten Kindern Bundesvereinigung Lebenshilfe = eine Vereinigung zur Vertretung von geistig Behinderten BSK = Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Diese Weiß-Heit zieht sich nicht nur durch die Bundes- sondern auch durch die Landes- und Orts-Gliederungen. Ausländer sind Fehlanzeige. Das Ganze geht weiter, betrachtet man sich di…

Claas Relotius und Marie Sophie Hingst - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Es sind zwei tragische Figuren, welche die Schlagzeilen der letzen Monate bestimmten, zwei Personen, die aus keinem erkennbaren Grund Dinge erfunden und sich in ihre Erfindungen hinein gesteigert haben, bis sie nicht mehr herauskamen. Hingst hat vermutlich Suizid begangen. Relotius ist aus der Öffentlichkeit verschwunden, beruflich wie persönlich ruiniert und niemand weiß, ob er jemals wieder einen Fuß auf den Boden bekommen wird. Gefressen von den Medien Auffällig ist vor allem, wie sehr die Medien-Maschine auf Skandale ausgelegt ist. Relotius selbst hätte aus seinem Fall, ginge es nicht um ihn selbst, eine wunderbare Geschichte machen können. Stattdessen schreiben jetzt Andere über ihn. So mancher Medienmensch wird sich schon aus reiner Eifersucht an ihm abgearbeitet haben, diesem jungen Talent, das schon mit 30 mehr Preise gewonnen hat als manche Journalisten in ihrem ganzen Leben. Wie viel Häme wohl in den diversen Artikeln verarbeitet wurde, wie viele Leute haben sich wohl heiml…

Warum die Kampagnen #MeTwo und #KaumZuGlauben Quatsch sind

Ich bin verschiedentlich aufgefordert worden, mich an der #metwo-Kampagne zu beteiligen. Auch bei der Kampagne #kaumzuglauben der Behindertenverbände letztes Jahr sollte ich mich beteiligen. Als Doppel-Rolle - Ausländer und behindert, ist man natürlich häufiger Problemen ausgesetzt. Trotzdem halte ich diese Kampagnen nicht für positiv und werde mich an solchen und ähnlichen Kampagnen nie beteiligen. Einige Kritiker werden mich aufgrund dieses Textes als Behindertenfeindlich oder Rassisten bezeichnen. Denen schlage ich vor, sich Fotos von mir im Internet anzuschauen. Und ich leide auch nicht an einer Form des Stockholm-Syndroms. Ich mache mich nicht mit Leuten gemein, die anderen Menschen gegenüber illiberal sind. Das Gegenteil ist richtig: Ich entdecke mangelnden Liberalismus in unseren Reihen und kann mich deshalb mit der Kritik und den Leuten, die sie vorbringen oft nicht identifizieren. Dabei geht es keinesfalls darum, Rassismus oder Rassismus-Erfahrungen zu verharmlosen. Rassist…

Falsche Infos über Blinde bei der Kölnischen Rundschau

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Neulich wurde ich auf einen Artikel in der Kölnischen Rundschau aufmerksam, in dem selbige Fake-News über Blinde und Blindnhunde verbreitet. Die Überschrift "„Mit Hund wäre das nicht passiert!“ Blinder von Elektroauto überrollt und eingeklemmt" suggeiert, ein Blindenhund könnte vor Elektro-Autos schützen. Das ist Quatsch. Hunde sind wie alle Tiere und die meisten Menschen nicht auf das übliche Tempo in der modernen Welt eingestellt: Selbst Fahrräder sind eine Herausforderung, Autos ohnehin. Das ist der Hauptgrund, warum so viele Haus- und Wildtiere im Autoverkehr sterben. Auch freilaufende Hunde werden häufig von Fahrrädern angefahren. Der Artikel suggiert, dass der Blinde schuld sei, weil er keinen Hund dabei hatte. Dabei wäre es in der Verantwortung des Autofahrers, der durch das lautlose Elektroauto zusätzlich aufmerksam sein sollte. Die Autorin teilte ihren Artikel in der geschlossenen Facebgruppe "Blinde und Sehbehinderte zum Austauschen und Treffen. Dort wurd…