Muss man als Behinderte links sein? Oder warum ich keine Linke bin

Die meisten Behinderten-Aktivisten sind links. Wie so oft sind aber die meisten Behinderten eher konservativ bis rechts, der Anteil der AfD-Wähler ist teils höher als bei der Durchschnittsbevölkerung. Ich selbst hatte jahrelang eine starke Verbindung zur Linken, hielt mich sogar selbst dafür, bin heute aber davon abgekommen.

Die Linken mögen Behinderte, nicht den Behinderten

Irgendwer sagte mal, die Linke kämpft für die Arbeiter, mag aber den Arbeiter nicht. Der Arbeiter mit den schmutzigen Fingernägeln, dem Schweißgeruch und der schlechten Rasur würde die Salon-Linken eher anekeln. Das hat sich bis heute nicht geändert. Was den Lebensstil angeht, sind Linke fast immer besser gestellt als Rechte. Linke sind zumeist Akademiker in höheren Positionen, während Rechte eher aus dem Unternehmertum oder dem Mittelstand kommen. Linke haben keine behinderten Freunde. Sie sind eher mit ihresgleichen befreundet, können aber mit Behinderten nichts anfangen. Die Ausnahme sind vielleicht die Leute, die in diesem Bereich arbeiten. Persönlich wollen sie, dass der Staat Behinderte unterstützt, selbst unterstützen wollen sie einen nicht, das stört nur die Mahlzeiten. Ebenso haben Linke Freunde aus dem Migranten- oder Unterschicht-Bereich. Mit Migranten sind sie bestenfalls befreundet, wenn diese aus dem gleichen Bildungsbereich wie sie kommen. Die klassenkämpferische Linke bleibt gerne in ihrer eigenen Klasse.

Behinderte in der Linkspartei

Die Linkspartei ist immer vorne dabei, wenn es um behinderten-politische Forderungen geht. Allerdings gibt es in den oberen Reihen keinen einzigen Politiker mit sichtbarer Behinderung, übrigens auch kaum einen mit Migrationshintergrund oder homosexuellem Hintergrund und kaum eine Person mit einem nicht-akademischen Hintergrund, also aus der Arbeiterschaft oder Dienstleisterschaft. Die Linkspartei ist ein akademischer Einheitshaufen.

Das Diversitätsproblem der Behindertenbewegung

Leider gilt das Beschriebene auch für die Spitze der Behindertenbewegung. Die Elite-Behinderten sind überwiegend weiß, männlich, hetero, akademisch und einfach behindert. ES gibt kaum mehrfach, geistig oder stark Schwerbehinderte in diesem Bereich. Es sind überwiegend Rollstuhlfahrer, Blinde und Autisten, die den Ton angeben, kaum Gehörlose, geistig Behinderte oder unterstützt Kommunizierende.

Die Linken mögen uns nur als Opfer

Mit einem Linken auf Augenhöhe zu reden ist fast unmöglich. Der Linke an sich ist paternalistisch erzogen, er glaubt, die Armen, die Behinderten und Unterdrückten vor dem bösen Kapitalisten zu schützen. Er macht uns zu Objekten, so wie die Sklavenbesitzer einst ihre Sklaven zu Objekten machten, nur eben wohlmeinend. Deswegen mag es ein Linker auch nicht, wenn ein behinderter selbstbewusst auftritt und diese Zuschreibung zurückweist. Wenn er sich aktiv für seine Rechte einsetzt, kommt er aus der Opferrolle heraus, der Linke verliert sein Einodrdnungsschema und weiß nicht mehr, wie er sich verhalten soll. Eigentlich wäre den Linken der Status Quo + etwas Verbesserung am liebsten. Mit Emanzipierten Arbeitern, Behinderten oder Unterschichtlern kann der Linke nichts anfangen, denn dadurch wird die große Erzählung vom bösen rechten Kapitalisten, dem kleinen Behinderten David und dem Robin-Hood-Linken durcheinander gebracht. Das sie schon immer falsch war, spielt auch keine Rolle.

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