Kritik an gehörloser lippenlesender Julia Probst - wer austeilt, muss auch einstecken können

Julia Probst ist vielleicht Deutschlands bekannteste Gehörlose. Bei der vorletzten Fußball-Weltmeisterschaft machte sie durch das Ablesen von Lippenbewegungen von sich reden. Diesen Ruhm nutzt sie aus, um auf die Belange Gehörloser aufmerksam machen, so weit, so gut. Allerdings ist Probst nicht gerade zurückhaltend, wenn es um Kritik geht. Sie stößt dabei nicht nur unter die Gürtellinie, sondern tritt gezielt hinein. So unterstellte sie jüngst auf Twitter Raul Krauthausen, er wäre so oft in den Medien präsent, weil er das Kindchen-Schema erfüllen würde. Man stelle sich vor, wie sie sich geäußert hätte, wenn man ihre, Probsts, Medienpräsenz mit ihrem attraktivem Aussehen erklären würde? Probst verbale Ausfälle sind ungezählt: Das Cochlea-Implantat sei ein Holocaust an der Gehörlosen-Kultur, XY sei kein Gehörloser, weil er solche Implantate trage und so weiter. Ich dürfte ihre Schimpfkanonaden auf einer Live-Veranstaltung mitbekommen. Das wäre eventuell noch akzeptabel, wenn sie gleichermaßen einstecken könnte. Doch das kann sie nicht. Wenn andere Leute auf gleiche Art zurückgeben, kneift sie schnell den metaphorischen Schwanz ein und legt eine - für den Rest der Welt - wohltuende Social-Media-Pause ein. Auch Kritik aus ihrer doch so geliebten Gehörlosen-Community nimmt sie persönlich. Probst nutzt dabei den Umstand, dass Menschen aus Randgruppen im Prinzip als sakrosant gelten. Kritik an deren Kritik darf man nicht äußern, weil die armen Behinderten und so. Dass Probst selbst aus der Community heraus kritisiert wird, scheint dabei unwichtig zu sein.

Kommentare

  1. Sie hat mich auf Twitter blockiert...das deckt sich mit dieser Einschätzung

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