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Warum die letzte Generation die Demokratie gefährdet

Die letzte Generation genießt in Teilen der Öffentlichkeit und der Medien eine gewisse Sympathie. Leider ist sie eine Organisation, die teilweise gefährlicher als die AfD ist. Man kann aus den falschen Gründen das richtige tun - gut - und aus den richtigen Gründen das Falsche tun - das ist bei der letzten Generation der Fall.  Sollte die letzte Generation mit ihrer Methode der Ruhestörung, der Sachbeschädigung und des zivilen Ungehorsms über die Blockade des Verkehrs erfolgreich sein, würde das allen anderen Bewegungen Tür und Tor öffnen. Die Faschisten wollen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen? Sie können sich auf den Straßen festkleben. Die Bauern wollen keine neuen Gesetze zum Umweltschutz? Sie können die Straßen mit ihren Traktoren blockieren. Jeder, dem eine Entscheidung nicht gefällt kann die Öffentlichkeit nötigen, ihre Meinung zu ändern, wenn er genügend Leute mobilisieren kann. Die letzte Generation akzeptiert den Grund-Konsens der deutschen Demokratie nicht. Das macht sie n...

Timo Jung und naiv ist kein Journalist

Eines muss man Timo Jung zugute halten, er bekommt interessante Gäste und kann durch das lange Format gut auf die unterschiedlichsten Aspekte eines Themas eingehen. Allerdings ist Thilo Jung aus meiner Sicht kein Journalist und Jung & Naiv ist kein journalistisches Format.  Das Problem beginnt damit, dass Jung seine eigene Position sehr explizit vertritt. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, aber als Interviewender sollte man seinen Gästen gegenüber grundsätzlich neutral sein.  Das führt dazu, dass er linke oder grüne Interviewpartner nie so streng interviewt wie er es bei SPD, FDP oder halt anderen nicht dieser Richtung entsprechenden Leuten tun würde. Siehe dazu als Beispiel Claudia Kemfert, bei der er ihre Aussagen zum Ausbau von Windraft und Solaranalgen einfach stehen lässt und ihr eigentlich nur die Stichpunkte liefert. Dass Solar und Windkraft auch ökologische Probleme verursachen können, bespricht er gar nicht. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass er viel...

Aktion Mensch heißt wieder Sorgenkind - es ändert sich nichts

Mit großem Tamtam hat die Aktion Mensch sich vor 23 Jahren umbenannt - das Sorgenkind war zum Schmuddelkind geworden. Seitdem wurde viel an der Fassade rumgepinselt: Neues Gebäude, neuer Vorstand, viele neue Mitarbeiter*Innen. Nur eines hat sich nicht geändert: Der Paternalismus gegenüber behinderten Menschen. Anders ist die Nicht-Präsenz behinderter Menschen bei der Aktion Mensch kaum zu erklären. Richtig - wenn es um Fotos oder Social Media bzw. um die Kampagne geht, sind behinderte Menschen dabei. Alles Andere wäre ja total unglaubwürdig. Doch bei den ernsthaften Themen tauchen Behinderte nicht als Expert*INnen in eigener Sache auf. Vielmehr darf Frau Marx über alle Themen nach außen kommunizieren: Sei es Inklusion in der Schule, Schwerbehindertenausweise oder digitale Barrierefreiheit. Es kann bezweifelt werden, dass Marx jemals eine Sprachausgabe benutzt, eine inklusive Schule besucht oder einen Schwerbehindertenausweis in der Hand hatte.  Bei einer drastischen Vergrößerung de...

Aktion Mensch - Inklusion sollen die anderen machen

Die Aktion Mensch hat zweifellos ihre Verdienste: Sie ist die größte Förderorganisation für Behinderte in Deutschland und hat den Begriff Inklusion so geprägt wie keine andere. Dennoch hat sie ihre Aktion-Sorgenkind-Attitüde nie richtig abgelegt. Es ist alles Kosmetik nach außen. Im Inneren ist sie in den 80ern stecken geblieben. Das ist vielleicht nicht so überraschend für eine Organisation, deren Durchschnittsalter in den unteren 50ern liegt. Woher sollen da die Impulse für einen Wandel kommen? Den Wandel wird es nicht geben, wer sollte ihn auch herbeiführen? Der designierte Kronprinz ganz sicher nicht. Die Aktion Mensch hat eine Geschäftsführung, die blütenweiß, alt und nicht-behindert ist. Das ist so divers wie der Knaben-Chor aus Buxtehude, einer ist aschblond, der andere dunkelblond und einer hat grüne Augen, diverser gehts nicht. Das macht aber auch nichts, die Aktion Mensch hat ja keine öffentlich auffindbare Diversitätsstrategie. Das braucht man nicht, man ist ja eine NGO und ...

Friedrich Merz und seine Paschas - er kanns nicht lassen

Jürgen Trittin meinte einmal, Merz habe nicht nur die Frisur eines Skinheads und leider ist da auch was dran: Von Merkel hätte es Bemerkungen wie diese nicht gegeben. Leider ein allgemeiner Reflex von der CDU, mit rechten Parolen kann man sogar Wahlkämpfe gewinnen, wie die Polit-Rentner Jürgen Rüttgers, Roland Koch oder Stoiber und Seehofer von der CSU immer wieder zeigen. Es ist schon lustig, wenn jemand wie Merz so etwas sagt, ein BlackRocker, dessen Millionärs- und Milliadärs-Freunde ungestraft Steuern hinterziehen oder gigantische Gewinne abschöpfen können. Klau 1000 € und du landest im Knast, klau 10.000.000 € und du wirst der beste Freund der CDU - oder einer anderen Partei im Bundestag inklusive der AfD. Es ist nichts dagegen, gegen die Assozialen vorzugehen, die gegen Hilfs- und sicherheitskräfte vorgehen, sie sollten entsprechend bestraft werden und es sollte auch präventiv gehandelt werden. Das sind keine Bagatellen, ebenso wie die massenahfte sexuelle Belästigung und Übergri...

Was ist mit Sahra Wagenknecht passiert?

Sahra Wagenknecht war immer eine streitbare Persönlichkeit. Doch ist deutlich merkbar, dass sie in den letzten fünf bis zehn Jahren immer weiter nach rechts gedriftet ist. Und mittlerweile ist sie dort angekommen, sie würde heute besser in die AFD passen als in die Linke. Das gilt - ein wenig abgeschwächt - für ihre zahlreichen Anhänger in der Linkspartei. Was hat dazu geführt, dass sie heute im Bundestag und außerhalb Wahlkampfhilfe für die AfD macht? Es gibt zwei zentrale Ereignisse in Wagenknechts Leben, die diese Entwicklung herbeigeführt haben dürften. Das erste war ihre Fehde mit der damaligen Parteichefin Katja Kipping. Beide stammen aus verschiedenen Flügeln der Linken, aber es scheint auch persönlich nicht funktioniert zu haben. Wagenknecht war damals Fraktionsvorsitzende zusammen mit dem überschätzten und uncharismatischen Dietmar Bartsch. Es ist die höchste Position, die Wagenknecht in ihrem Leben erreicht hat, es sei daran erinnert, dass sie innerhalb der Partei nie ein höh...

weiß und männlich - Die Stunde Null – Der Wirtschaftspodcast von Capital und n-tv

Beim Stöbern stieß ich auf den Podcast "Die Stunde Null – Der Wirtschaftspodcast von Capital und n-tv". Zunächst klingen die Episoden interessant, auch wenn die die beiden Moderierenden sich als Super-Kapitalisten generieren. Wir kennen das: Leute, die alles in den Hintern gesteckt haben und unter Freiheit verstehen, dass sie nach Rio oder Dallas jetten können, die Freiheit sollte doch jeder haben - der das nötige Kleingeld hat, versteht sich. Und die Geschichten über die Unternehmer sind durchaus interessant. Eines fällt aber schnell auf: Die Interviewpartner sind praktisch immer männlich. Wenn ich mich nicht verzählt haben, waren im Jahr 2022 drei weibliche Interviewpartner dabei, bei rund 50 Folgen. SChaut man genauer hin, sind die Interviewpartner auch sehr selektiv ausgewählt: Männer mit akademischen Hintergrund und so gut wie kein Mensch mit Migrationshintergrund: Weißer gehts kaum. Wir lassen mal den Holländer und die Österreicherin außer acht. Und drittens fällt auf, ...